The BoTree Hotel London

The BoTree Hotel London

Es gibt Hotels, bei denen weiß man sofort: Hier passt alles. Und dann gibt es Hotels wie das The BoTree Hotel London, das bei mir vor allem eines hinterlassen hat: gemischte Gefühle.

Ich liebe London. Und ich liebe zentrale Lagen. Beides liefert dieses Hotel ohne Diskussion. Wenn ich allerdings den Preis mit ins Spiel bringe, komme ich leider zu einem sehr klaren Ergebnis: Hier komme ich eher nicht noch einmal her.

Das Zimmer

Gebucht haben wir – wie so oft – über die Meilenoptimierer ein King Deluxe Room zum Preis von (jetzt bitte einmal alle tief durchatmen) 470 Pfund pro Nacht für zwei Personen.

Im Preis inkludiert waren:

  • Frühstück für zwei Personen
  • ein 100-Dollar-Verzehrguthaben
  • theoretisch ein Upgrade, abhängig von der Verfügbarkeit
    Spoiler: Beim Upgrade hatten wir leider kein Glück.

Unser Zimmer lag im 1. Stock. Optisch war es modern, hochwertig und für London auch absolut in Ordnung, was die Größe angeht. Alles war sehr sauber, das Bett bequem – daran gibt es nichts auszusetzen.

Der Zimmeraufbau ist etwas… ungewöhnlich:

  • Man betritt einen schmalen Gang
  • rechts befindet sich eine separate Toilette mit eigener Tür
  • geradeaus geht man durch das Bad (Waschbecken & Kleiderschrank) ins Schlafzimmer
  • die Dusche geht wiederum vom Bad ab

Ungewöhnlich, aber funktional.

Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Die Türklinke sieht aus wie eine Türklinke – ist aber keine.
Nicht ziehen, nicht drehen. Einfach drücken, dann geht die Tür auf. Wir haben einen Moment gebraucht. Und ja, ich erwähne das nur, damit ihr nicht genauso ratlos davorsteht 😉

Der Check-in – und warum er hier erwähnt werden muss

Normalerweise ist der Check-in keine eigene Kategorie bei mir. Hier aber schon.

Wir haben vom 19.12. bis 21.12.2025 im BoTree übernachtet. Das Hotel wurde erst am 17.12. der Hilton-Gruppe hinzugefügt. Das erkläre ich vorab, weil es vermutlich einiges erklärt – besser macht es das Erlebnis trotzdem nicht.

Der Check-in wirkte leider chaotisch:

  • zuerst funktionierte der PC nicht
  • dann wurden wir zu einem Laptop mitten in der Lobby geführt
  • dieser Laptop war sehr langsam und zickig
  • anschließend begann die Suche nach einem Kartenzahlgerät

Alles für sich genommen kein Drama. Wirklich nicht.
Aber bei über 400 Pfund pro Nacht erwarte ich einfach, dass grundlegende Abläufe sitzen.

Das Frühstück – eine sehr spezielle Persönlichkeit

Beim Frühstück kam mir eine ziemlich absurde Frage in den Kopf.
(Bitte fragt nicht, wie ich darauf gekommen bin – ich weiß es selbst nicht.)

Wenn dieses Frühstück eine Person wäre – wie wäre sie?
Meine Antwort:

minimalistisch (kleine Auswahl),
chaotisch (Nachlieferungen dauern),
lösungsorientiert (man wird satt),
puristisch (Gewürze werden sehr sparsam eingesetzt)

Es gab einen Koch, bei dem man Eierspeisen bestellen konnte. Zur Auswahl standen allerdings nur Rührei oder Spiegelei – ein Omelette war leider nicht vorgesehen. Mein Spiegelei am ersten Morgen war leider eher suboptimal gebraten – das Eiweiß war noch roh.

Am Buffet selbst findet man eine kleine Auswahl an Gebäck, darunter:

  • Croissants
  • Pain au Chocolat

Dazu ein paar warme Speisen, klassisch englisch:

  • Baked Beans
  • Pilze
  • Würstchen
  • Hash Browns

Alles okay, nichts Überraschendes – und insgesamt eher überschaubar.

Ein echtes Highlight gibt es aber doch:
Der Joghurt mit frischem Obst und Granola.
Das Granola ist wirklich ausgezeichnet und war für mich tatsächlich der beste Teil des gesamten Frühstücks.

Unterm Strich gilt: Man wird satt. Aber bei diesem Preisniveau hätte ich mir mehr Auswahl, mehr Raffinesse und einfach mehr Geschmack gewünscht.

Lage & Fazit

Die Lage ist ohne Diskussion eine 10/10.
Perfekt für Sightseeing, Shopping und London einfach zu Fuß zu erleben. Besser geht es kaum.

Und trotzdem bleibt am Ende dieses Fazit:

  • Zimmer: sauber, bequem, ungewöhnlich geschnitten
  • Service: nett, aber nicht souverän
  • Frühstück: ausreichend, aber mehr auch nicht
  • Preis-Leistung: leider nicht stimmig

Nett – aber den Preis einfach nicht wert.

Für London-Besucher, die maximale Lage suchen und beim Preis großzügig sind, mag das BoTree funktionieren.
Für mich persönlich gilt: Einmal gesehen, abgehakt, kein zweites Mal – das nächste mal geht es wieder ins Lost Property.

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