Eriks Restaurant – Fürholzen
Gourmet im Niemandsland
Wenn du glaubst, dass du hier ganz sicher nie hinwolltest, dann bist du vermutlich genau richtig unterwegs Richtung Eriks Restaurant in Fürholzen. Mitten im Nirgendwo gelegen, umgeben von viel Landschaft, wenig Empfang und noch weniger Internet, befindet sich dort erst einmal Eriks Hotel (zu dem ich leider nichts sagen kann, da wir nicht dort übernachtet haben) – und darin wiederum das Restaurant.
Ein Italiener mit fantastischen Google-Bewertungen, aber erstaunlich wenigen Informationen im Internet? Klingt für mich nach einem ziemlich guten Grund für einen Besuch.
Essen
Eine klassische Speisekarte sucht man online übrigens vergeblich. Stattdessen gibt es vor Ort eine wechselnde Wochenkarte, die auf einer Tafel präsentiert wird. Nachdem wir Platz genommen hatten, wurde uns zunächst ein kleiner Gruß aus der Küche serviert – in unserem Fall eine Artischockensuppe. Und die war direkt ein Volltreffer: cremig, aromatisch und richtig lecker.

Danach wurden uns die einzelnen Gerichte der Wochenkarte erklärt. Für die Vorspeise haben wir uns entschieden für:
- Carpaccio di Gamberi (19 €) – Garnelen-Carpaccio mit Burrata
- Salsiccia al Finochetto su crema Paprica (19 €) – Gebratene Salsiccia auf Paprikacreme mit Apfelsalat
Beides war wirklich hervorragend. Die Portionen sind nicht riesig, aber qualitativ absolut hochwertig und mit viel Liebe angerichtet.


Bei der Hauptspeise waren wir dann ausgesprochen kreativ – und haben beide Pasta bestellt:
- Tagliolini con tartufo Norcia (22 €) – Hausgemachte dünne Nudeln in Trüffelbutter mit frisch geriebenem Trüffel
- Fettuccine (22 €) – Hausgemachte Pasta in Safranbutter mit Wildschweinragout
Auch hier wieder: absolut fantastisch. Die Pasta ist hausgemacht und hatte genau die richtige Konsistenz. Mir persönlich sind Nudeln oft entweder zu weich oder noch zu bissfest – hier waren sie einfach perfekt al dente. Dazu kamen unglaublich aromatische Saucen, die wirklich jedes Gericht besonders gemacht haben.


Zum Dessert gab es dann noch:
- Tiramisu (12 €)
- Erdbeeren mit Mascarpone (12,90 €)
Beides wieder richtig gut. Nicht zu süß, wunderbar ausgewogen und besonders die Erdbeeren mit frischer Minze waren ein kleines Highlight.


Getränke
Eigentlich wollte ich ja für jeden Urlaub ein „Getränk des Urlaubs“ küren. Inzwischen denke ich aber, dass manche Abend-Getränke ebenfalls eine eigene Auszeichnung verdienen.
Das „Getränk des Abends“ ging deshalb ganz klar an die Erdbeerbowle mit Spumante als Aperitif. Fruchtig, erfrischend und gefährlich lecker.

Da das Restaurant eher im gehobenen Bereich unterwegs ist, gibt es natürlich auch eine umfangreiche Weinkarte. Weil wir nicht im Hotel übernachtet haben, konnte allerdings nur einer von uns trinken – und ich habe mich für ein Glas „Eriks Lugana“ entschieden (7,90 € für 0,1 l). Der Wein hat hervorragend sowohl zu den Nudeln als auch zum Fisch gepasst.
Service & Ambiente
Der Service war wirklich hervorragend. Für gerade einmal 13 Tische waren mindestens zwei Servicekräfte zuständig, zusätzlich gab es Barpersonal und mehrere Mitarbeiter in der offenen Küche. Insgesamt wirkt das gesamte Konzept sehr hochwertig, modern und gleichzeitig angenehm entspannt.
Besonders schön: Die Küche ist offen und komplett einsehbar. Dadurch bekommt man automatisch einen kleinen Blick hinter die Kulissen, was dem Restaurant eine sehr besondere Atmosphäre verleiht.


Einen kleinen Nachteil bringt das offene Konzept allerdings mit sich: Es wird relativ schnell laut. Die Tische stehen recht nah beieinander und das Restaurant scheint – völlig zurecht – sehr beliebt zu sein. Zwischen Gesprächen, Küchengeräuschen und allgemeinem Stimmengewirr entsteht also eher lebendige als ruhige Atmosphäre. Nicht störend laut, aber eben definitiv nicht still.
Fazit
Kulinarisch hat uns Eriks Restaurant absolut überzeugt. Die Qualität der Zutaten, die hausgemachte Pasta und die geschmackliche Abstimmung der Gerichte waren wirklich auf hohem Niveau.
Günstig ist der Abend dort allerdings nicht – für den schnellen Italiener um die Ecke eignet sich das Restaurant also eher weniger. Dafür ist es aber perfekt für besondere Anlässe, Dates oder einfach einen Abend, an dem man sich wirklich etwas gönnen möchte.
Eine Reservierung würden wir euch definitiv empfehlen. Diese kann man unkompliziert online machen. Und falls möglich: Fragt nach einem Tisch am Fenster. Durch die relativ eng gestellten Tische kann es auf den Sitzbänken schnell etwas kuschelig werden.
Von uns gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung für besondere Genussmomente mitten im Nirgendwo.
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